Kaufen, kaufen, kaufen - für einen kurzen Augenblick fühlt man sich lebendig, prompt geht’s einem besser, jetzt ist man wer und gleich wieder nicht.
Der Kaufakt fühlt sich so gut an, weil er eine soziale Interaktion ist bei der sich Menschen als scheinbar Gleiche begegnen. Ich gebe dir etwas, damit Du mir ein anderes mit gleichem Wert gibst, das ich begehre. Nur einen Moment später sind wir jedoch scheinbar Ungleiche und ich kann mich kaum noch über mein Haus, mein Auto und mein Boot freuen, weil mir dein Haus, dein Auto und dein Boot viel besser gefallen.
Das
Happy Meal des Kauf-Dich-Glücklich
ist ein 3-in-1 Angebot um mit dem eigenen Frust umzugehen: Frustkaufen, Frustessen und dann noch ein richtig spannendes Spielzeug. Wäre doch gelacht, wenn der Frust nicht dadurch endgültig durch ewige Glückseligkeit abgelöst wird - zumindest so lange bis man sich ernsthaft mit den Bedingungen und Folgen der industriellen Land- und Viehwirtschaft auseinandersetzt.
Der FC Bayern nimmt pro Saison etwa 90 Millionen Euro durch Merchandise wie Wimpel, Handtücher, Krawatten, Schlüsselanhänger, Schnuller und Bettwäsche ein. Auf Platz Nummer 1 der
Happy Meal des Kauf-Dich-Glücklich
Liste steht unangefochten das aktuelle Trikot. Bereits zu Beginn einer Saison vermittelt es einem das Gefühl, dass man bereits jetzt ein Meistertrikot trägt und man Teil der Erfolgsgeschichte des eigenen Vereins ist. Ganz anders sieht es mit den 17 Verlierern der Bundesliga aus, die es nicht auf Platz 1 geschafft haben - durch Trikots und anderen Merchandise kommen sie insgesamt nur auf Einnahmen in Höhe von 100 Millionen - da helfen nur Frustkauf und Frustessen.